Immobilisationsmaterial

Unter Immobilisationsmaterial ist das Material zusammengefasst, das zur Ruhigstellung von Brüchen (Frakturen) und Wirbelsäulenverletzungen dient.
Hier reicht das Repertoire von „kleinen“ leicht in der Hanhabung bis hin zu „großen“ aufwendigen Immobilisationsmaterialien.

„kleine“ Immobilisationsmaterialien:

dreiecktuchDreiecktuch:
Ein Dreiecktuch hat, wie der Name schon sagt, die Form eines annähernd rechtwinkligen, Gleichschenkligen Dreiecks. Die Basislänge beträgt ca. 130 cm und die Kathetenlänge ca. 90 cm. Es besteht meist aus Baumwolle oder einem modernen Faserstoff.
Das Dreiecktuch ist schnell angelegt und eine Fraktur somit schnell Ruhiggestellt.

 

 

 

sam-splintSAM-Splint:
Der SAM Splint ist eine formbare Schiene die zur Immobilisation von Extremitäten genutzt wird. Sie besteht aus einem dünnen und biegsamen Aluminiumblech, das durch Schaumstoff gepolstert ist. Die Schiene gibt es in verschiedenen Größen (Finger, Arm und Bein). Am gebräuchlichsten ist das Format 11 x 90 cm. Durch ihre Flexibilität erhält sie eine gute Anpassungsfähigkeit an die verletzte Extremität. Vorteil ist das geringe Gewicht und der geringe Platzverbrauch.
Sie wird einfach mit einer Mullbinde an der verletzen Extremität fixiert.

„große“ Immobilisationsmaterialien:

DRK (29)KED-System:
Das KED-System (Kendrick Extrication Device) oder auch Rettungskorsett genannt, immobilisiert die gesammte Wirbelsäule. Das Kunstoffgewebe wird durch eingearbeitete senkrechte Streben stabilisiert. Es ermöglicht die Rettung aus schlecht zugänglichen Situationen wie z.B. einem Fahrzeug oder aus Tiefen. Es umschließt wie ein Korsett die den Rumpf unterhalb der Achseln und ist am Rücken bis zum Kopf hin verlängert. Durch Zugbänder wird es sowohl am Oberkörper als auch an der Strin und an den Oberschenkeln fixiert. Ein KED-System wird fachgerecht immer in Verbindung mit einem Stifneck eingesetzt. Um eine Achsengerechte Lagerung zu erreichen, wird in diesem Bereich unterpolstert. Nach dem Anlegen ist es nicht mehr möglich die Hals- und Brustwirbelsäule unabsichtlich zu bewegen. Die Wirbelsäule wird vollständig entlastet.

 

DRK (27)Luftkammerschienen:
Eine Luftkammerschiene (pneumatische Schiene) dient zur Stabilisierung gebrochener Extremitäten. Es gibt verschiedene Größen für Arme und Beine.
Das Prinzip gleicht einer Luftmatratze. Die im Grundzustand nicht aufgeblasene Schiene wird über die Extremität gezogen und nach genauer Positionskontrolle langsam aufgeblasen. Durch den Luftdruck der sich aufbaut wird sie fest und stabil. Jedoch können Luftkammerschienen nicht bei offenen Brüchen verwendet werden, da sie auf die durch den Bruch verursachte Verletzung und den ggf. ausgetretenden Knochen drücken und ihn somit verschieben würden.

 

 

meberschaufel410Schaufeltrage:
Die Schaufeltrage ist ein Hilfsmittel das zur Rettung von Personen eingesetzt wird, bei denen eine Verletzung / Fraktur der Wirbelsäule wahrscheinlich oder zu Vermuten ist. Außerdem kann man sie zum Transport einer Person durch ein enges Treppenhaus einsetzten. Sie besteht meist aus Leichtmetall oder Kunststoff. Zum Aufnehmen („Aufschaufeln“) einer Person wird sie der Länge nach geteilt und beide Hälften vorsichtig ohne große Bewegung der Person erst von einer dann von der anderen Seite untergeschoben. Liegt die Person auf der Trage, werden die beiden Hälften wieder mit verschlüssen fixiert und die Person mit Gurten fixiert. In der Regel wird der Patient anschließend auf der Vakuummatratze gelagert.

 

StifnekStifnek:
Ein Stifneck (HWS-Schiene; Cervicalstütze) ist eine Kunststoffmanschette zur Immobilisation der Halswirbelsäule. Durch sie wird die Halswirbelsäule gestützt und die Bewegungsfähigkeit außer Kraft gesetzt. In der Rettung wird einer Person die aus großer Höhe abgestürzt oder in einen Verkehrsunfall verwickelt ist -noch bevor weitere Rettungs- oder Befreiungsmaßnahmen erfolgen- der Stifneck angelegt. Dies erfolgt durch zwei Helfer. Einer der am Kopf der Peron kniet und diesen hält und dem anderen, der die Länge ausmisst und den Stifneck anlegt. Die HWS-Schienen gibt es in verschieden Größen für Babys, Kinder und Erwachsene. Inzwischen gibt es auch Schienen die in 3-4 verschiedene Längen einstellbar sind.

DRK (41)Vakuummatratze:
Die Vakuummatratze dient zur Immobilisation der Wirbelsäule oder zur Schienung von Frakturen im Bereich des Beckens. In der Vakuummatratze befinden sich kleine Kunststoffkügelchen. Im Ausgangszustand ist die Vakuummatratze weich und formbar uns kann somit leicht an den Körper der Person anmodelliert werden. Durch das Absaugen einer Hand- oder elektrischen Absaugpumpe werden die Kügelchen fest aneinader gepresst und die Schiene wird fest. Die Person liegt nun sicher. Des weiteren kann sie in Verbindung mit der Schaufeltrage zur sog. „Sandwich“-Methode eingesetzt werden. Dies beschreibt die Rettung einer auf dem Bauch liegenden Person mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenschädigung. Hierbei wird die Schaufeltrage unter und die Vakuummatratze über die Person gelegt und entsprechend fixiert. Nach einer Drehung um die Horizontalachse (durch mehrere Helfer) liegt die Person auf dem Rücken in der Matratze. Das Material ist röntgendurchlässig.

DRK (26)Vakuumschienen:
Die Vakuumschiene dient zur Stabilisierung gebrochener Extremitäten. Es gibt verschiedene Größen für Arme und Beine. Wie in der Vakuummatratze befinden sich auch in der Schiene kleine Kunststoffkügelchen, die durch den beim Absaugen entstehenden Unterdurck fets aneinander gepresst werden. Diese Schiene kann sehr genau anmodelliert werden, welches die Gefahr einer Knochenverschiebung minimiert. Daher kann sie, anders als die Luftkammerschiene, bei offenen Brüchen eingesetzt werden.

sienboardSpineboard:
Das Spineboard, je nach Hersteller auch Millerboard oder Backboard genannt, ist ein Hilfsmittel zur Rettung verunfallter Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist. Das Spineboard besteht entweder aus Holz oder auch aus Hartplastik, das je nach Hersteller bis 1.000 kg Gewicht tragen kann, und ist meistens komplett röntgendurchlässig. Wegen seiner Schwimmfähigkeit wird es auch in der Wasserrettung eingesetzt, ähnlich einem Rettungsbrett.
Sineboard2Ähnlich wie bei der Schaufeltrage wird das Spineboard unter den Patienten geschoben oder dieser darauf gehoben. Des Weiteren kann der Patient mit mehreren Helfern achsengerecht gedreht werden damit das Spineboard hinter seinem Rücken positioniert werden kann. Danach werden das Spineboard und der Patient wieder in Rückenlage gebracht. Anschließend muss er mit einem Kopffixierset und einem mehrteiligen Gurtsatz beziehungsweise mit einem Patientenfixiersystem (auch „Spinne“ genannt) fixiert werden und ist zum Transport bereit. Eine weitere Anwendung ist das schonende Retten aus PKWs. Nach Entfernen des Autodaches wird das Board zwischen Patienten und Sitz geschoben und der Patient dann mit mehreren Helfern achsengerecht auf das Brett gezogen. Wenn der Patient in ganzer Länge auf dem Board liegt, wird es wieder in die Horizontale gebracht und der Patient kann aus dem Fahrzeug gehoben werden. Auch bieten sich Spineboards auf Grund der zahlreichen Griffmöglichkeiten zur Rettung von Personen aus unwegsamem Gelände an.