Medikamente

Ein Medikament – vom lateinischen Wort medicamentum – das Heilmittel abgeleitet – dient in bestimmter Dosierung zur Heilung, Vorbeugung oder Linderung einer Krankheit. Medikamente gibt es in verschiedenen Formen, als Tablette, Kapsel, Zäpfchen, Saft, Injektion etc. In der Notfallmedizin wird am häufigsten der Zugang über das venöse System gewählt.
Es gibt jedoch Medikamente, die sich auf sehr spezielle Situationen beschränken und gelten in vielen anderen Fällen wiederum als kontraindiziert. Wichtig ist die Kontrolle beim Bereitlegen, Aufziehen und Verabreichen des Medikaments.

Medikamente im Rettungsdienst

Im Rettungsdienst unterscheidet man zwischen vielen verschiedenen Formen

Analgetika (Schmerzmittel)
Ein Analgetikum ist ein Stoff, der schmerzstillend wirkt. Die Nervenzellrezeptoren im Gehirn und im Rückenmark – regeln die Ausschüttung von Botenstoffen- werden beeinflusst und dadurch wird das bewusste Schmerzerleben verändert. Desweiteren gibt es sogenannte peripher wirksame Analgetika, die die Entstehung von schmerzvermittelnden Substanzen am Ort der Gewebeschädigung hemmen. Spasmolytika sind krampflösende Medikamente, die den Spannungszustand der glatten Muskulatur z.B. im Magen-Darm-Trakt senken.

Anästhetika (Narkosemittel)
Anästhetika werden Medikamente bezeichnet, dass zur Verminderung oder Usschaltung des Schmerzempfindens eingesetzt wird. Es werden verschiedene Gruppen unterschieden.
Setzt das Medikament die Schmezempfindung ein einem beschränkten Gebiet herrab, spricht man von einem Lokalanästhetikum – örtliche Betäubung -.
Setzt das Medikament nur die Schmerzempfindung herab ohne das Bewusstsein oder die Reflexe abzuschalten, spricht man von einem Analgetikum.
Schaltet das Medikament neben der Schmerzempfindung im gesammten Körper auch noch das Bewusstsein, die Muskelspannung und die Reflexe aus in dem es das zentrale Nervensystem lähmt, spricht man von einem Allgemeinanästhetikum, also ein Narkosemittel.
Je nach Dosierung kann auch ein Hypnotika oder Sedativa für die Anästhesie benutzt werden.

Antiallergika – Antihistaminika
Ein Antiallergika lindert oder beseitigt die Symptome einer allergischen Erkrankung oder Akutreaktion.

Sedativa (Beruhigungsmittel)
Unter Sedativa versteht man Beruhigungsmittel. Unruhezustände können durch die gezielte Gabe von Sedativa gelindert werden. Sie sind schlaffördernd und können höher dosiert die bewusste Wahrnehmung ausschalten. Vor größeren diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen dienen Sedativa dazu, die Stressbelastung des Patienten zu reduzieren. Der Patient bleibt so immer noch ansprechbar so dass eine gute Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Patient gewährleistet ist.
Um die Risiken für mögliche Komplikationen zu minimieren, werden geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Eine überwachte Sedierung mit Analgesie wird als Analgosedierung bezeichnet. Ein Nachteil ist jedoch die schnelle Gefahr der Abhängigkeit. Deswegen sollten Sedativa nur in Absprache mit dem Arzt genommen werden.